Gedenken in Heilbronn zum 9. November

3. November 2023

Stoppt die Spirale der Gewalt im Nahen Osten !

17. Oktober 2023

Unter diesem Motto fand am 13. Oktober 2023 in Tübingen eine Friedenskundgebung statt. Wir dokumentieren die Rede, die Heike Hänsel von der Gesellschaft Kultur des Friedens dort hielt:

Liebe Tübingerinnen und Tübinger,

ich bin heute zu dieser Kundgebung gekommen, um meiner Trauer und meinem Entsetzen über die vielen Menschen in Israel, mittlerweile über 1.200 zivile Opfer, die auf brutale Weise von der Hamas angegriffen und getötet wurden, Ausdruck zu verleihen. Dieser gezielte Angriff auf Zivilisten, auf Jugendliche, auf Familien, muss scharf verurteilt werden, es ist menschenverachtender Terror und ist auch nicht mit dem völkerrechtlich verbrieften Widerstandsrecht des palästinensischen Volkes vereinbar. Diese Bilder sind schwer zu ertragen, erst recht in Deutschland, dem Ort der Shoah. Und diese Gewalt erzeugt natürlich auch Existenzängste in Israel, das müssen wir ernst nehmen!

Ich bin auch hierhergekommen, um mein Entsetzen und meine Trauer auszudrücken über die in den letzten Tagen durch massive israelische Bombardierungen des Gazastreifens getöteten palästinensische Zivilisten, mittlerweile mehr als 2.200, und die verhängte Totalblockade von Wasser, Lebensmittel, Strom, Medikamenten gegen Gaza. Mehr als 2,3 Millionen Menschen, 40% davon Kinder, die ohne Möglichkeit der Flucht in Gaza gefangen sind, und jetzt vor einer israelischen Bodenoffensive stehen. Die Totalblockade der palästinensischen Bevölkerung und das Bombardieren von ziviler Infrastruktur bricht das humanitäre Völkerrecht und muss ebenso verurteilt werden. UN-Hilfsorganisationen und die WHO warnen schon jetzt vor einer humanitären Katastrophe. Angesichts dieser Situation stehen wir doch in der Verantwortung, unsere Stimme zu erheben und uns für ein Ende dieser Spirale der Gewalt einzusetzen, das Blutvergießen auf beiden Seiten muss sofort unter Vermittlung der Vereinten Nationen gestoppt werden! Denn diese Gewalt kann sich ja auch noch ausweiten auf die gesamte Region, es besteht die Gefahr eines Flächenbrands.

Ich war über viele Jahre immer wieder in Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten und ich habe die strukturelle Gewalt der seit 56 Jahren andauernden völkerrechtswidrigen israelischen Besatzung in Palästina gesehen, die Willkür und Repression der israelischen Armee mit jährlich vielen Toten Palästinensern, die Armut und Demütigungen, der massive Siedlungsbau und das Schwinden jeglicher Perspektive auf Frieden und einen eigenen palästinensischen Staat. Und seit Antritt der Netanyahu Regierung mit rechtsextremen Siedler-Parteien hat sich all das nochmals massiv verschärft, dass allein in diesem Jahr über 600 PalästinenserInnen in der Westbank getötet wurden. Human Rights Watch hat angeprangert, dass bereits das Jahr 2022 das tödlichste Jahr für palästinensische Kinder im Westjordanland seit 15 Jahren war und die israelische Armee nicht dafür zu Rechenschaft gezogen wurde, es herrscht Straflosigkeit. Diese Lebensrealität ist ein Nährboden für Radikalisierung und Hass, das weitgehende Schweigen der internationalen Politik, auch unserer Regierung, zur alltäglichen Gewalt der Besatzung, ist schlichtweg verantwortungslos. Die Gewalt begann eben nicht erst am 7. Oktober 2023, es ist ein gewaltvoller, Jahrzehnte währender Konflikt. Und wer zu Recht die Gewalt der Hamas verurteilt, darf zur Gewalt der israelischen Besatzung nicht schweigen! Dies dokumentieren ja auch zahlreiche UN-Resolutionen, die von Israel die sofortige und vollständige Beendigung aller Siedlungsaktivitäten und der Besetzung palästinensischer Gebiete verlangt.

Die israelische Armee will nun die Hamas, die sie als „menschliche Tiere“ bezeichnet hat, nach eigenen Angaben auslöschen, aber bringt das wirklich mehr Sicherheit für die Menschen in Israel und langfristig Frieden?

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es keine militärische Lösung in diesem Konflikt gibt, und dass Sicherheit für die israelische Bevölkerung nur dann erreicht werden kann, wenn es auch Sicherheit und ein würdiges Leben für Palästinenserinnen und Palästinenser gibt. Die Lebensinteressen aller Menschen in der Region müssen endlich respektiert und geschützt werden, es geht um einen gerechten Frieden, und dieser kann nur mit Verhandlungen erreicht werden! Die Politikwissenschaftlerin Muriel Asseburg hat es in einem Interview im „Schwäbischen Tagblatt“ Anfang dieser Woche gesagt: „Wir müssen differenziert auf die Lage schauen, auch um zu verstehen, was getan werden kann, um weiteres Blutvergießen zu verhindern und den Weg in eine friedlichere Zukunft zu unterstützen. Deshalb denke ich, ist es wichtig, den Kontext zu sehen, ein ungelöster Konflikt, die andauernde Besatzung, die Abriegelung des Gazastreifens. Und diesen Kontext einzubeziehen, relativiert nicht die Verurteilung der Kriegsverbrechen, die begangen werden.“

So denken auch viele mutige Friedens- und MenschenrechtsaktivistInnen in Israel, die Kultur des Friedens immer wieder unterstützt hat und die jetzt einen noch schwierigeren Stand haben und trotzdem die Bombardierungen Gazas kritisieren, auch sie benötigen unsere Solidarität. Wie oft haben hier in Tübingen auch gesprochen Felicia Langer, Reuven Moskovitz, Uri Avnera, die die Besatzung verurteilt haben, immer wieder vor großer Gewalt gewarnt haben. Ebenso haben wir Ismail Khatib unterstützt beim Aufbau eines Jugendzentrums in Jenin, der die Organe seines von israelischen Soldaten getöteten 6-jährigen Sohnes an israelische Kinder gespendet hat, das war eines der Zeichen der Hoffnung, die schon lange zunichte gemacht wurden.

Kolumbiens Staats- und Regierungschef Gustavo Petro appellierte an beide Seiten, »sich an einen Tisch zu setzen«, um über den Frieden zu verhandeln und die Existenz von zwei souveränen Staaten zu akzeptieren. Palästinensische Kinder könnten nur in Frieden schlafen, wenn israelische Kinder in Frieden schlafen, so wie israelische Kinder nur dann Frieden fänden, wenn palästinensische Kinder in Frieden schlafen könnten. Ein Krieg werde dies nie erreichen, sondern nur ein Friedensabkommen.

Ich fordere die Bundesregierung, die EU und die Vereinten Nationen auf, sich an ihre eigenen Resolutionen und Beschlüsse zu halten und sich für ein Ende der Besatzung und Blockadepolitik und für eine gerechte Friedenslösung im Nahen Osten einzusetzen! Ich schließe mich der Forderung nach einem Stopp aller Waffenlieferungen in die Region an. Es ist zynisch zu sehen, dass die einzige Gewinnerin wieder die Rüstungsindustrie ist; deren Aktienkurse stiegen die vergangenen Tage wieder um 10-12% an.

Es ist in unser aller Verantwortung, Israel/Palästina nun beständig auf die Tagesordnung zu setzen und nicht länger zu schweigen. Solidarität mit der israelischen und palästinensischen Zivilbevölkerung – Die Waffen nieder!

VERSAMMLUNGSFREIHEIT VERTEIDIGEN! ANTIFASCHISMUS IST KEIN VERBRECHEN!

17. Juni 2023

Es weht ein neuer, rauer Wind für alle, die sich gegen rassistische und faschistische Kräfte zur
Wehr setzen: In Dresden wurden Lina E. und drei weitere Antifaschisten zu langen Haftstrafen
verurteilt. Bereits im Vorfeld wurde von der Schuld der Angeklagten ausgegangen. Daran zeigt
sich, dass es sich von Anfang an um einen politisch motivierten Prozess gehandelt hat.
Die Angeklagten wurden im Wesentlichen von einem als Vergewaltiger beschuldigten Kronzeugen
belastet und von Neonazis, die eine „National befreite Zone“ schaffen wollten. Lange unbehelligt
durch Polizei und Justiz, hatte sich mindestens ein Teil der Faschisten zu diesem Zweck bewaffnet
und Mordanschläge geplant, weswegen mittlerweile ein Terror-Verfahren gegen sie läuft.


Nicht nur dieses zweifelhafte Urteil in Dresden ist ein Skandal. In Leipzig wurden alle Demonstrationen
verboten, die das Urteil kritisieren und sich mit den Antifaschist:innen solidarisieren wollten.
Das ist eine neue, autoritäre Entwicklung: Der Staat selbst bestimmt, für welche Handlung er
sich kritisieren lässt und für welche nicht.
Doch damit nicht genug: Selbst eine Demonstration für Versammlungsfreiheit wurde am 3. Juni
2023 in Leipzig von der Polizei verhindert. Nachdem der Auftaktort faktisch umstellt war mit hunderten
Polizist:innen aus dem ganzen Bundesgebiet, Räumpanzern und Wasserwerfern, wurden
kurz nach Beginn über 1000 Menschen für bis zu elf Stunden eingekesselt und im Anschluss
erkennungsdienstlich behandelt. Ohne Toiletten, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung.
Eltern wurden nicht zu ihren minderjährigen Kindern gelassen. Zehn Antifaschisten wurden
in Folge des Protestwochenendes in Leipzig in Untersuchungshaft genommen.
Durch diese polizeiliche Machtdemonstration, wurde die Solidarität mit den verurteilten Antifaschist:
innen auf unterschiedlichen Ebenen de facto kriminalisiert. Jetzt soll die U-Haft der
Gefangenen vom 2./3. Juni 2023 die antidemokratischen Demoverbote, die Polizeigewalt und den
Kessel im Nachhinein legitimieren.


Wir sehen die Angriffe des ersten Juni-Wochenendes in Leipzig im Kontext einer seit Jahren fortschreitenden Rechtsentwicklung, die momentan ihren Höhepunkt findet: Mit bundesweit nahezu
20% hat die in Teilen faschistische AfD seit ihrem Bestehen die höchsten Umfragewerte und liegt
mit der SPD gleichauf. In Sachsen und Thüringen, wo nächstes Jahr die Landtage gewählt werden,
ist sie die stärkste Kraft. Insbesondere Teile der Unionsparteien reagieren darauf, indem sie sich
an AfD-Positionen anbiedern. Die Repressalien der letzten Wochen gegen linke und fortschrittliche
Kräfte durch staatliche Behörden, wie Geheimdienste, Polizei und Justiz schlagen in die gleiche
Kerbe. Diese folgen auf eine großflächige mediale Stimmungsmache, die antifaschistisches
Engagement kriminalisiert und vor Gleichsetzung mit rechtem Terror nicht zurückschreckt.


Wir sind uns einig, dass der Kampf gegen Rechts heute wieder mehr denn je nötig ist. Wir streiten
solidarisch über die Wege, die wir dabei gehen und die Mittel, die wir nutzen. Aber wir haben aus
der Geschichte leidvoll gelernt, dass wir uns nicht in „gute“ und „schlechte“ Antifaschist:innen
spalten lassen dürfen.

Antifaschismus ist kein Verbrechen!
Unsere Solidarität gilt den von Polizeiwillkür Betroffenen und wir stehen
gemeinsam ein für die Freiheit aller inhaftierten Antifaschist:innen!


Unterstützung bitte rückmelden unter: solierklaerung@riseup.net

Walter Vielhauer

16. April 2023

Am Mittwoch 19. April erinnern wir anläßlich seines Todestages an den Heilbronner Antifaschisten, Gewerkschafter und Kommunisten Walter Vielhauer. Walter Vielhauer wurde bis auf wenige Monate die ganze Zeit des Hitlerfaschismus in Gefängnissen und in mehreren Konzentrationslagern eingesperrt. Den Nazis gelang es nicht, den aufrechten Kämpfer für Frieden, soziale Gerechtigkeit und eine andere Gesellschaft zu brechen. Nach 1945 kurzzeitig als Bürgermeister in der Heilbronner Stadtverwaltung angestellt, war er bis 1957 Stadtrat für die KPD und mußte dann wieder in Fulda eine Arbeit suchen, weil ihm in Heilbronn alle Arbeitsplätze verweigert wurden. Als Rentner wieder in Heilbronn aktiv, setzte er sich bis zu seinem Tod im Jahr 1986 unermüdlich für die Aufarbeitung des Faschismus ein und kämpfte gegen die Atomraketen auf der Waldheide.

Wir setzen uns nach wie vor dafür ein, daß ihm in Heilbronn ein angemessenes Andenken errichtet wird.

Die Feier findet statt 

am Mittwoch 19.4. 2022

um 17.00 Uhr

auf dem Friedhof Heilbronn

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Beteiligung.

Konrad Wanner, Sprecher der Gruppe DIE LINKE im Gemeinderat Heilbronn

Silke Ortwein, Heilbronn sagt Nein

Florian Vollert, Die Linke

Bernhard Mainz, VVN-BdA Baden-Württemberg e.V.

Gedenkstunde am Gedenkstein

27. März 2023

des

KZ Heilbronn

KZ-Friedhof Heilbronn-Neckargartach

mit frdl. Genehmigung -Stadtarchiv Heilbronn

Samstag, 01. April 2023

11:00 Uhr

KZ-Friedhof Heilbronn-Neckargartach

(Parkplatz Nordfriedhof)

Die Stadt Heilbronn (OB Harry Mergel), der DGB Heilbronn-Franken (Silke Ortwein) und die VVN-BdA Baden-Württemberg (Bernhard Mainz) werden den Opfern und Verfolgten des Naziregimes gedenken.

90 Jahre Mössinger Generalstreik

13. Januar 2023

90 Jahre Mössinger Generalstreik

gegen Hitler und Krieg // Demo am 28. Januar 2023

Auftakt beim Rathaus (am Bahnhof) Mössingen um 14 Uhr

„Heraus zum Massenstreik!“ – Gegen Hitler und den Krieg
Unter dieser Losung zogen am 31. Januar 1933 achthundert Arbeiter*innen durch Mössingen. Soeben war die Macht im Staat an Hitler übertragen worden. Ihn zu stürzen, war ihr Ziel.
Darum folgten sie dem Aufruf der damaligen Kommunistischen Partei zum landesweiten Streik, auch Männer und Frauen aus der SPD, viele von ihnen waren in der Gewerkschaft. So früh und so einhellig wie in Mössingen regte sich nirgendwo im Land der Protest gegen die Nazidiktatur.

Zum 90. Jahrestag wollen wir an diese mutigen Männer und Frauen aus Mössingen, Nehren, Talheim, Belsen, Bodelshausen und anderen Nachbarorten erinnern. Sie riskierten viel und wussten das. Über einhundert Menschen standen danach vor Gericht – wegen “Hochverrat“ und „Landfriedensbruch“. Sie zeigten in jener Zeit mehr politische Weitsicht als viele andere und praktizierten Solidarität. An ihnen prallte die rassistische Hetze der Nazis ab. Sie wussten: Hitler bedeutet Krieg!

Auch in den heutigen Zeiten sozialer und ökologischer Krisen gefährdet Rechtsextremismus unsere Demokratien. ln diesen Krisen wachsen Neofaschismus, Verschwörungsglaube und Rechtspopulismus. Sie bereiten die Machtbasis für gefährliche Populist*innen und Autokrat*innen. Es werden Sündenböcke gesucht und in Minderheiten gefunden. Neofaschist*innen haben keine rationalen Lösungen und befeuern Kriege, ökologische Zerstörung und brutale Ungleichheit in unseren Gesellschaften. Nationalistische Mobilisierungen von AfD und anderen rechten Rattenfängern führen uns sicher nicht aus der Krise!

Verteidigen wir die Demokratie
„Illegal“ wäre die damalige Aktion in Mössingen auch heute. Politische Streiks gelten immer noch als rechtswidrig. Aber ohne Mut zum zivilen Ungehorsam kann man sich weder einer Diktatur noch massiver Aufrüstung oder globaler kapitalistischer Zerstörung entgegenstellen. Deshalb braucht es auch den politischen Streik. Die Schüler*innen von „Fridays for Future“ haben damit begonnen. „People not Profit!“, das sollte auch unser Motto sein. In Tarifkämpfen und bei Sozialprotesten geht es immer und gerade jetzt darum, die Abwälzung der Krisenlasten auf die Beschäftigten und sozial Schwachen aufzuhalten. Demokratisierung der Wirtschaft ist eine alte gewerkschaftliche Forderung und aktueller denn je.

Kämpfen wir für eine solidarische Zukunft!
Bleiben wir den Streikenden von 1933 verpflichtet! Erinnern wir uns an sie, wenn uns heute gesagt wird, es gebe keine Alternative zu den Zwängen einer globalen Marktwirtschaft, zu Konkurrenz und Ausbeutung.

Für eine solidarische Lösung der Klima-, Energie- und Ausbeutungskrise!
Für eine Demokratisierung der Wirtschaft!
Nie wieder Faschismus und Krieg!

Der ganze Aufruf und alle Unterstützer*innen finden sich unter: https://moessingergeneralstreik.wordpress.com/

Zur Demonstration und Kundgebung am 28.01.2023 rufen auf:

  • DGB Kreisverband Reutlingen, Tübingen, Zollernalb
  • GEW Reutlingen/Tübingen
  • IG Metall Reutlingen-Tübingen
  • Linke im Steinlachtal LiSt
  • ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg, ver.di Bezirk Neckar-Fils-Alb
  • ver.di Ortsvereine Reutlingen, Tübingen, Zollernalb
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten  VVN-BdA Baden-Württemberg, KV Tübingen-Mössingen 


Weitere unterstützende Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen:

  • Alboffensive
  • Attac Reutlingen-Tübingen
  • DKP Tübingen
  • Die Linke Kreisverbände Reutlingen und Tübingen
  • Gemeinsam&Solidarisch Reutlingen und Tübingen
  • Geschichtswerkstatt Tübingen
  • Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen
  • Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus – OTFR
  • ROSA – Reutlingen for Organisation, Solidarity and Action
  • Wählervereinigung Tübinger Linke
  • Ver.di Seniorinnen und Senioren Reutlingen und Zollern-Alb
  • ZAK 3 – Gruppe gegen Kapitalismus, Krieg und Kohlendioxid
  • Martin Gross, Ver.di Landesbezirksleiter
  • Claudia Jochen, LiSt-Stadträtin in Mössingen
  • Jessica Tatti, MdB Die Linke

Warum die „Machtergreifung“ eine Machtübertragung war

13. Januar 2023

Eine Online-Veranstaltung der VVN-BdA mit einem Vortrag des Historikers und VVN-BdA Bundessprechers Dr. Ulrich Schneider

Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichpräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler und übertrug ihm damit die Führung einer Koalitionsregierung unter Einschluss der NSDAP. Damit war er einer der wichtigsten Wegbereiter des deutschen Faschismus. Was darauf folgte, wissen wir alle. Wer heute den Verbrechen der Nazis gedenkt, muss auch diesen verhängnisvollen Tag vor 90 Jahren mitdenken, denn die Erforschung von Ursachen und Herkunft des Faschismus sind notwendige Bestandteile jeder Erinnerungsarbeit.

Damit der Faschismus in Deutschland die Macht erhalten und diese im Laufe des Jahres 1933 festigen konnte, brauchte es dreierlei:

–          – Steigbügelhalter von oben, die bereit und in der Lage waren, die Nazis mit finanziellen Mitteln auszustatten und in jene machtvollen Positionen zu hieven, die sie zur Durchsetzung ihres Herrschaftsanspruchs benötigten

–          – Eine rechte Massenbewegung, die der Menschenverachtung der Nazis zustimmte und sich von ihrer Herrschaft eigene Vorteile versprach

–       – Gewalt und Terror gegen politische Gegner*innen, um den organisierten Widerstand zu brechen und jede Opposition unmöglich zu machen

In unserer Online-Veranstaltung wollen wir uns anlässlich des 90. Jahres nach der faschistischen Machtübernahme in Deutschland den Fragen widmen: Wie konnte es zur Selbstaufgabe der Weimarer Republik kommen? Welche Weichen wurden bereits vor dem 30. Januar 1933 gestellt und was veranlasste konservative Politiker*innen, wirtschaftliche Eliten und führende Militärs dazu, auf Hitler zu setzen?

Gemeinsam diskutieren wir außerdem, wie wir unheilvollen Allianzen heute entgegentreten können.

Wann: 24.01., 19-21 Uhr

Zoom-Link: https://us06web.zoom.us/j/89364973163?pwd=aFBpSUNMWmVobzBPZ2JLcWxmUkgrZz09

Meeting-ID: 893 6497 3163
Kenncode: 444168

Ulrich Schneider ist Historiker, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer/ Bund der Antifaschisten (FIR) sowie seit vielen Jahren einer der Bundessprecher der VVN-BdA e.V. Außerdem ist er Autor des kürzlich erschienen Buches „Der Weg ins Dritte Reich – 1933. Analysen und Dokumente zur Errichtung der NS-Herrschaft“, ISBN 978-3-89438-794-5Mehr Infos zum Thema: www.dasjahr1933.de

Protest gegen Reichsbürger

13. Januar 2023

Am 14. Januar 2023 veranstaltet das „Königreich Deutschland“ (KRD) eine Informationsveranstaltung mit dem Titel „Gemeinwohl-Strukturen Königreich Deutschland“ in Heilbronn. Das „KRD“ ist Teil der Reichsbürger-Szene und strebt eine Monarchie an, bei der ihr Gründer, Peter Fitzek, als Oberhaupt auf Lebenszeit fungieren soll. Als Netzwerk gegen Rechts rufen wir zum Protest gegen diese Veranstaltung auf.

Was sind eigentlich Reichsbürger?

Spätestens durch die bundesweite Razzia im Dezember 2022 ist die Bewegung der Reichsbürger einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Die Bundesanwaltschaft wirft rund 50 Frauen und Männern vor, eine terroristische Vereinigung gebildet zu haben mit dem Ziel, die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen.

Die Reichsbürger-Szene ist nicht homogen. Nicht alle sind militant und bewaffnet. Was sie jedoch alle gemeinsam haben: Sie erkennen das Grundgesetz und die öffentlichen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland nicht an. Reichsbürger wollen das historische Deutsche Reich wiederaufleben lassen oder rufen – wie das „Königreich Deutschland“ (KRD) – mit Bezug auf ein selbst definiertes Naturrecht eigene Fantasiestaaten aus. In der Konsequenz wird dann beispielsweise die Zahlung von Steuern verweigert. Auch im Kreis Heilbronn ist dieses Phänomen nicht unbekannt. 2018 beispielsweise versuchten Reichsbürger in Erlenbach den Einbau eines Stromzählers zu verhindern und verletzten dabei drei Polizeibeamte. 

…………..

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am Samstag, den 14. Januar 2022, um 15.30 Uhr in der Karlstraße in Heilbronn gegen die geplante Veranstaltung zu protestieren. 

Kein Platz den Reichsbürgern in Heilbronn!

Mehr dazu unter : https://ngr-heilbronn.org/2023/01/12/protest-gegen-reichsbuerger-veranstaltung-in-heilbronn/

Wider dem Vergessen !

7. November 2022

Gedenkveranstaltung der Stadt Heilbronn zur Reichsprogromnacht

In der Nacht vom 09. auf dem 10. November 1938 brannten die Nationalsozialisten die Synagoge in Heilbronn nieder. Jüdische Mitbüger wurden wurden geschlagen und in ihren Wohnungen drangsaliert.

Diese Geschichte und die Ereignisse in unserer heutigen Zeit mahnen uns, dass wir daran erinnern und das wir unsere Würde und Menschlichkeit erhalten.

Deshalb findet am 09. November 2022 um 19:15 Uhr am Synagogengedenkstein die jährliche Gedenkveranstaltung der Stadt Heilbronn statt.

8. Mai 2022 am „Soldatengrab“ in Neudenau-Herbolzheim

27. April 2022

„Ein Friedensmahnmal anstelle einer SS-Pilgerstätte“ unter diesem Motto veranstaltet die Aktion „Wehret den Anfängen“ gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rechts Heilbronn am Sonntag, den 8. Mai 2022 um 14 Uhr eine Kundgebung am sogenannten „Soldatengrab“ in Neudenau-Herbolzheim.

Seit Jahren steht die Gemeinde wegen der rechtsextremen Umtriebe um das „Soldatengrab“ am Römerweg in Herbolzheim in der Kritik, unter anderem deshalb, weil eine ursprünglich von einer SS-Kameradschaft angebrachte Tafel mit einer verbotenen Wehrmachtsparole dort nicht entfernt wird. Obwohl längst überall bekannt ist, dass sich dort regelmäßig Neonazis zu Gedenkfeiern treffen, wird nichts dagegen unternommen, sondern es wird einfach der Kopf in den Sand gesteckt. 

Wir fordern von der Gemeinde, die umstrittene Tafel unverzüglich zu entfernen und das Soldatengrab künftig in Verbindung mit einer eindeutigen Dokumentation des damaligen Geschehens in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zu einem Mahnmal für den Frieden umzugestalten.

Die Autos können in der Straße „Brunnensteige“ abgestellt werden. Von dort ist es ca. 1 km Fußweg. Ab 13 Uhr stehen Menschen in der Straße für Rückfragen zur Route bereit. Essen und Trinken müssen selbst mitgebracht werden.

Sonntag, 8. Mai 2022 // 14.00 Uhr // „Soldatengrab“ Neudenau-Herbolzheim

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