8. Mai 2022 am „Soldatengrab“ in Neudenau-Herbolzheim

27. April 2022

„Ein Friedensmahnmal anstelle einer SS-Pilgerstätte“ unter diesem Motto veranstaltet die Aktion „Wehret den Anfängen“ gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rechts Heilbronn am Sonntag, den 8. Mai 2022 um 14 Uhr eine Kundgebung am sogenannten „Soldatengrab“ in Neudenau-Herbolzheim.

Seit Jahren steht die Gemeinde wegen der rechtsextremen Umtriebe um das „Soldatengrab“ am Römerweg in Herbolzheim in der Kritik, unter anderem deshalb, weil eine ursprünglich von einer SS-Kameradschaft angebrachte Tafel mit einer verbotenen Wehrmachtsparole dort nicht entfernt wird. Obwohl längst überall bekannt ist, dass sich dort regelmäßig Neonazis zu Gedenkfeiern treffen, wird nichts dagegen unternommen, sondern es wird einfach der Kopf in den Sand gesteckt. 

Wir fordern von der Gemeinde, die umstrittene Tafel unverzüglich zu entfernen und das Soldatengrab künftig in Verbindung mit einer eindeutigen Dokumentation des damaligen Geschehens in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zu einem Mahnmal für den Frieden umzugestalten.

Die Autos können in der Straße „Brunnensteige“ abgestellt werden. Von dort ist es ca. 1 km Fußweg. Ab 13 Uhr stehen Menschen in der Straße für Rückfragen zur Route bereit. Essen und Trinken müssen selbst mitgebracht werden.

Sonntag, 8. Mai 2022 // 14.00 Uhr // „Soldatengrab“ Neudenau-Herbolzheim

Gedenkveranstaltung

21. Juni 2021

80. Jahrestag des Überfalls von Nazideutschland auf die Sowjetunion am 02.06.2021

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel Nazideutschland die Sowjetunion und der Vernichtungskrieg im
Osten begann. Ein unvorstellbar grausames Morden und Zerstören setzte sich in riesigem Ausmaß fort, nachdem es schon am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen begonnen hatte.

Der Krieg im Osten war, anders als im Westen, ein Vernichtungs- und Ausrottungsfeldzug gegenüber den
Völkern der Sowjetunion.
Diese Erkenntnis hat sich nach jahrzehntelangem Schweigen, Verleugnen und Schönreden durchgesetzt, ebenso die
Einsicht, dass die Wehrmacht tief in die Verbrechen verstrickt war. Am Ende kostete das „Unternehmen
Barbarossa“ etwa 27 Millionen Einwohner der Sowjetunion das Leben – Zivilisten, Soldaten, Zwangsarbeiter, 3,3 Millionen Kriegsgefangene und 2,4 Millionen Juden. Dieser Ermordeten und Toten wollen die beteiligten Organisationen heute gedenken und ihnen dadurch etwas von ihrer Würde zurückgeben.
Wir haben als Ort den russischen Friedhof in Pleidelsheim gewählt, wo eine Reihe von Zwangsarbeitern aus der Sowjetunion begraben liegen, die beim Bau der Autobahn Stuttgart-Heilbronn den unmenschlichen Arbeitsbedingungen zum Opfer fielen oder ermordet wurden.
Das Gedenken an die Toten und Ermordeten und an den Zweiten Weltrieg ist auch ein Grund, ein Ende der
zunehmenden Hochrüstungspolitik zu fordern. Wir widersetzen uns dem Trend einer zunehmend
aggressiveren Sanktionspolitik und fordern stattdessen zu Frieden und fairer Kooperation auf.

Hinweis : Von Heilbronn aus besteht eine Mitfahrgelegenheit
Treffpunkt Parkplatz Theresienwiese
Abfahrt 17:00 Uhr


Die Linke KV Heilbronn & Ludwigsburg I VVN-BdA Ludwigsburg, Heilbronn & BaWü I ver.di
Ludwigsburg I DGB Ludwigsburg I Museum Synagoge Affaltrach I DFG-VK Ludwigsburg


35. Todestag von Walter Vielhauer

29. April 2021

Walter Vielhauer ist im Frühjahr 1986 im Alter von 77 Jahren gestorben nach einem Leben, das geprägt war von einem ungeheuren Willen, sich nicht dem Schicksal zu fügen, sondern sich immer den Herausforderungen auch in den finstersten Stunden zu stellen. Er lebte immer die Solidarität und baute auf deren Kraft gegen Hass und Gewalt.
Geboren am 1. April 1909 in Reutlingen wuchs er ab seinem fünften Lebensjahr in der damals schon bedeutenden Industriestadt Heilbronn auf. In der Silberwarenfabrik Peter Bruckmann und Söhne lernte er das Handwerk des Silberschmieds und wurde ein anerkannter Facharbeiter. Schon in der Lehrzeit als Junggewerkschafter aktiv, trat er 1927 in den Deutschen Metallarbeiterverband ein und 1930 in die KPD. Beim Bruckmann gab es eine starke Betriebszelle der kommunistischen Partei, in der Walter früh politische Erfahrungen sammelte.
Doch schon 1933 im März war Walter unter den ersten politischen Gefangenen der neuen Hitlerregierung – bis 1945 war er 12 Jahre lang mit einer kurzen Unterbrechung in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert.
Keine noch so harte Arbeit, keine Krankheit, keine jahrelange Einzelhaft, kein Todesurteil haben den aufrechten Menschen und seine politische Haltung brechen können. Wir können heute das, was Tausende politische Gefangene, was Millionen Häftlinge in den Todeslagern und KZs in ganz Europa durchgemacht haben, nur erahnen und nachempfinden.
Ich darf heute ein paar Zeilen aus einem Brief Walters zitieren, den er am 22.4.1940 aus dem KZ Dachau an seine Familie geschrieben hat: „Liebe Mutter und Geschwister, wieder einmal von Anne ein paar Zeilen zu erhalten, aus denen ich ersehen konnte, dass sie noch wohlauf ist, hat mich sehr gefreut. Es ist ja jetzt bald Vaters Geburtstag – die Zeit, von der man bestimmt weiß, dass es endgültig vorbei ist mit der Kälte und dem Winter und den Unbilden der Winterszeit….Natürlich hoffte auch ich, es möchte dies Frühjahr möglich sein, Euch wiederzusehen – doch scheint sich diese Hoffnung zu zerschlagen, es sollte von meiner Seite an nichts fehlen. Jetzt liegt ja der Sommer vor uns, hoffentlich dauert er ebenso lange wie der Winter, der vergangene….Sicher blüht bei Euch im Neckartal jetzt bald alles zusammen – wie schön ist es dann dort. Herzlichste Grüße für alle: Walter.“ (sein Vater Johann Jakob Vielhauer wurde am 2. Mai 1864 in Biberach/HN geboren und starb am 21. Januar 1939 in Heilbronn). Diesen Brief habe ich am vergangenen Samstag als Original bei einem Antiquariat in den USA entdeckt und ich konnte ihn erwerben, er ist auf dem Weg nach Heilbronn!
Wir können nur im Ansatz erahnen, was es für Häftlinge bedeutete, 12 Mal hinter einander das Frühjahr hinter Stacheldraht und Gitter zu erleben, ständig die Todesangst im Nacken.
Vor einer guten Woche hat Bundespräsident Steinmeier bei der Gedenkfeier in der Gedenkstätte Buchenwald daran erinnert, dass Buchenwald für Rassenwahn, Folter, Mord und Vernichtung steht. Der Bundespräsident wörtlich: „In Buchenwald waren Kommunisten und Demokraten, Homosexuelle und sogenannte Asoziale. Juden, Sinti und Roma wurden hierher verschleppt und ermordet.“
Dieses Jahr jährt sich zum 80. Mal der Überfall des faschistischen Deutschland auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Schon immer haben die Nazis deutlich gemacht, dass ihr Hauptziel der Krieg war und mit ihm die Vernichtung des Bolschewismus war und sie haben neben der Vernichtung der Juden in Europa besonders polnische und russische Menschen zu Untermenschen erklärt. Wo auch immer die Wehrmacht in diesen Ländern einfiel, gab es Massenmord und die Liquidierung der Bevölkerung. Menschen wie Walter Vielhauer haben schon vor 1933 gewarnt: „Hitler bedeutet Krieg“ und der Krieg wird vor allem mit dem Ziel geführt, den „Feind“ im Osten zu vernichten. 8000 russische Kriegsgefangene wurden in Buchenwald ermordet. Bundespräsident Steinmeier hat am 11.4. die perfiden Mordaktionen in Buchenwald beschrieben: „Wer von der Wehrmacht an die SS ausgeliefert wurde, verlor seinen Status als Kriegsgefangener, war für die Ermordung im nächstgelegenen KZ vorgesehen. Für sie war in Buchenwald ein ehemaliger Pferdestall zu einer Genickschussanlage umgebaut worden. Es ist ein Ort, der dazu erdacht war, feigen Mord tausendfach und im Akkord zu begehen, der nach demselben Muster entworfen worden war, wie die Gaskammern in den Vernichtungslagern Auschwitz und Treblinka. Man täuschte die Gefangenen, führte sie zu einer Untersuchung vorbei an mit Arztkitteln verkleideten SS-Männern und stellte sie schließlich vor eine Messlatte, die an einer Wand angebracht war. In einem Raum dahinter konnte ein SS-Mann durch einen freigelassenen Spalt seine Opfer auf der exakt angegebenen Höhe mit einem Genickschuss hinterrücks töten.“
Liebe Zuhörende, trotz einer gigantischen Rüstungsmaschinerie, trotz Folter, Mord und Vernichtung gelang es 1945, den faschistischen Terror zu beenden und in Europa die Waffen zum Schweigen zu bringen. Ich möchte an dieser Stelle und im Sinne von Walter Vielhauer daran erinnern, dass es dem Aufbäumen der Roten Armee zu verdanken ist, dass ausgehend von Stalingrad die deutsche Wehrmacht eine militärische Niederlage erlitt, die 1945 von den vier Alliierten Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich besiegelt wurde. Ihnen ist es zu verdanken, dass Tausende in KZs und Vernichtungslagern nicht auch noch ermordet und vergast wurden.
12 Jahre lang war Walter Vielhauer als Staatsfeind Gefangener des Hitlerregimes im KZ Heuberg, Zuchthaus Ludwigsburg, den KZs Welzheim, Mauthausen und Dachau. 1944 im April entdeckt die SS in Dachau die geheime Widerstandsgruppe. Der Lagerkommandant befiehlt deren Ermordung. Walter Vielhauer wird zusammen mit fünf weiteren Häftlingen nach Buchenwald transportiert, um dort die Hinrichtung ohne Aufsehen vollziehen zu können. Dort gelingt es der geheimen Widerstandsgruppe, sie im Lager zu verstecken. Im Zusammenhang mit dem Luftangriff und der Zerstörung der Gustloff-Rüstungswerke in Buchenwald erhält Walter Vielhauer die Identität eines gestorbenen französischen Häftlings. Bis April 1945 ist er aktiv in der geheimen Widerstandsgruppe und an der Rettung des jüdischen Kindes Jerzy Zweig beteiligt. Als am 11. April die amerikanischen Truppen in der Nähe des Lagers sind, gelingt es der Widerstandsgruppe im KZ, mit ihren versteckten Waffen die SS-Wachmannschaft zu überwältigen und den Tod von 21000 noch im Lager verbliebenen Häftlinge zu verhindern.
Zurück in Heilbronn wird Walter Vielhauer am 6. Juni 1945 vom durch den amerikanischen Standortkommandanten wieder eingesetzten OB Beutinger zum Assistenten für Wohnungs-, Arbeits- und Fürsorgefragen ernannt. Die amerikanische Militärregierung ernennt ihn später zum Dezernenten, anschließend zum Bürgermeister.
Ein besonderes Anliegen ist dem Antifaschisten Vielhauer aus der Arbeiterbewegung 1945 die Gründung der Gewerkschaften. Die Niederlage der Demokratie 1933 war letztendlich eine Niederlage der verschiedenen Kräfte der Arbeiterbewegung. Schon in den Jahren vor 1945 schwören sich die Gewerkschafter aller Parteien, im demokratischen Wiederaufbau Einheitsgewerkschaften zu bilden. In Heilbronn gehört Walter Vielhauer zu den Mitbegründern der ÖTV, der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes und Vorgängerorganisation von ver.di.
So wie eine starke Gewerkschaft der Arbeiter und Angestellten in den Betrieben und Verwaltungen Walter Vielhauer immer eine Herzensangelegenheit war, so engagierte er sich bis zu seinem Lebensende für eine Welt ohne Krieg und für den Frieden. In diesem Sommer, ich habe es erwähnt, jährt sich der Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Wir, die wir uns heute für das Vermächtnis des Antifaschisten und Friedensfreundes Walter Vielhauer einsetzen, Silke Ortwein vom DGB Heilbronn, Bernhard Mainz von der VVN-BdA Kreis Heilbronn, Florian Vollert von der Heilbronner LINKEN, Stefan Reiner vom Heilbronner Netzwerk gegen Rechts – heute an der Kamera – sowie wir beiden Stadträte der LINKEN im Heilbronner Gemeinderat, Dr. Erhard Jöst und Konrad Wanner, wir setzen uns in diesem Jahr dafür ein, Schluss zu machen mit den immer neuen Aufrüstungsrunden. Sowohl die atomare Hochrüstung als auch die sogenannte konventionelle Rüstung sind nicht zuletzt angesichts der Coronapandemie eine absolute Verschwendung menschlicher und wirtschaftlicher Potentiale. Im letzten Jahr wurden in Deutschland die Rüstungsausgaben um 4 Mrd € bzw. 8% erhöht. Während die Bundeswehr eine Milliarde um die andere zugebilligt bekommt, ist unser Land nicht in der Lage, genügend Impfstoff gegen die Pandemie zur Verfügung zu stellen. Statt Tod bringende Rüstungsgüter in alle Welt zu schicken ist es an der Zeit, den Impfstoff unter Lizenzproduktion der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen.
Heilbronn ist gezeichnet vom Krieg, der 4. Dezember 1944, der Tod von über sechstausend Menschen und die komplette Zerstörung der Innenstadt haben bis heute sichtbare Wunden hinterlassen. Wir begrüßen es, dass Lehren und Konsequenzen aus der Vergangenheit gezogen werden. So hat die Stadt Heilbronn 2019 eine Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Noworossijsk geschlossen. In diesem Jahr kann diese Partnerschaft dazu beitragen, den aktuell zunehmenden Spannungen im Verhältnis zwischen Deutschland und Russland eine Friedensbotschaft auf kommunaler Ebene hinzuzufügen. Und ich baue darauf, dass es in Heilbronn gelingen wird, wie mit dem Gedenken an jüdische, demokratische und gewerkschaftliche Widerstandsmänner und – frauen auch eine sichtbare Erinnerung an Walter Vielhauer zu schaffen.
Ich möchte schließen mit einem Zitat aus dem Schwur von Buchenwald, den die befreiten Häftlinge am 19. April 1945 bei einem Gedenkappell für die Ermordeten des Konzentrationslagers Buchenwald als Gelöbnis der Überlebenden verlesen:
„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Wir Heilbronner Antifaschistinnen und Antifaschisten kämpfen dafür, dem Andenken Walters einen gebührenden Platz in Heilbronn zu verschaffen.

( Rede von Konrad Wanner am Grab von Walter Vielhauer )

Solidarität mit Politikern wegen Morddrohungen

13. Juli 2020

Solidarität mit Janine Wissler
Die anonymen Morddrohungen gegen Janine Wissler, der Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Hessischen Landtag, macht uns betroffen. Dieser erneute Angriff auf eine gegen rassistische Politik und für Demokratie und Frieden engagierten Persönlichkeit ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Rechtsextremismus in unserem Land wächst.
Zunehmend wird erkennbar, dass es sich nicht um verwirrte Einzeltäter handelt, sondern diese Kräfte in der Gesellschaft und auch in den öffentlichen Ämtern verwurzelt sind.
Deshalb kann es nicht nur darum gehen, Einzeltäter ausfindig zu machen. Für uns heißt Solidarität mit Janine Wissler, die Nazistrukturen endgültig zu überwinden. Dazu rufen wir alle Verantwortlichen wie auch unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf.
———————————————————————————————————-
Bitte einsenden an:
Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.
c/o Frankfurter Gewerkschaftshaus
Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77
60329 Frankfurt am Main
Fax: 069 – 24249951
E-Mail: Frieden-und-Zukunft@t-online.de

NATO – Manöver Defender 2020

17. Februar 2020

Stoppt den NATO-Aufmarsch gegen Russland

Information und Diskussion mit Heike Hensel ( Bundestagsabgeordnete und stellv. Fraktionsvorsitzende Die Linke ). Am 20. Februar 2020 um 19:30 Uhr in der Jugendherberge Heilbronn, Paula-Fuchs-Allee 3.

https://www.die-linke-heilbronn.de/startseite/meldungen-presse/detail/news/stoppt-das-nato-manoever-defender-2020/

 

VVN-BdA verliert Gemeinnützigkeit

24. November 2019

Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!
Schwerer Angriff auf die VVN-BdA

Am 4. November hat das Finanzamt für Körperschaften I des Landes Berlin der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. die Gemeinnützigkeit entzogen. Damit verbunden sind vorerst Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die noch in diesem Jahr fällig werden. Weitere erhebliche Nachforderungen sind zu erwarten und auch zukünftig drohen wesentlich höhere steuerliche Belastungen. Damit ist die VVN-BdA in ihrer Existenz bedroht.
Das Finanzamt Berlin handelt damit anders, als das Finanzamt Oberhausen-Süd, das der Landesvereinigung NRW die Gemeinnützigkeit am 22. Oktober gewährt hat. In beiden Fällen war derselbe Vorwurf erhoben worden. Er besteht darin, dass die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA im bayrischen Verfassungsschutzbericht wiederholt als linksextremistisch beeinflusst dargestellt wird. Während das Finanzamt Oberhausen-Süd der Widerrede der VVN-BdA im Anhörungsverfahren entsprach, beharrt das Berliner darauf, dass „der volle Beweis des Gegenteils, als Widerlegung der Vermutung als extremistische Organisation“ nicht erbracht worden sei.
Das bedeutet, dass die Bewertung durch eine nachgeordnete bayrische Landesbehörde, die laut bayrischem Gerichtshof keine Tatsachenbehauptung darstellt, demnach über das Schicksal einer bundesweit arbeitenden zivilgesellschaftlichen Organisation entscheiden dürfen soll.

Von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse 1947 gegründet, ist die VVN-BdA seitdem die größte, älteste, überparteiliche und überkonfessionelle Organisation von Antifaschistinnen und Antifaschisten Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfern, sowie deren Nachkommen, tritt für Frieden und Völkerverständigung ein und hat gegen große gesellschaftliche Widerstände wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind, u.a. durch den Einsatz für die Errichtung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten und vielfache Zeitzeugenarbeit. Sie informiert über aktuelle neofaschistische Umtriebe und organisiert den Widerstand in breiten Bündnissen.

Wir sind entsetzt und empört darüber, dass sich das Berliner Finanzamt die haltlosen Unterstellungen der bayrischen Behörde ungeprüft zu eigen macht. Damit behindert es genau das zivilgesellschaftliche Engagement, das von Regierung und Parteien angesichts schrecklicher rechtsterroristischer Verbrechen allenthalben eingefordert wird.

Wir fordern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für unsere Organisation!
Wir fordern praktische Unterstützung für alle zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, die die Grundwerte des Grundgesetzes gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische Angriffe verteidigen!

Cornelia Kerth, Dr. Axel Holz
Bundesvorsitzende

22.11.19

Pressekontakt: Bundesgeschäftsführer Thomas Willms, Tel.: 0176-22638719

Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben! Schwerer Angriff auf die VVN-BdA


Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) e.v., Bundesvereinigung
Magdalenenstr. 19, 10365 Berlin
Tel.: +49 (0)30 5557 9083 2
Fax: +49 (0) 5557 9083 9
Spendenkonto
IBAN: DE94 1005 0000 0190 0372 70
BIC: BELADEBEXXX

Antikriegstag in Heilbronn

29. August 2019

Am Sonntag ist Antikriegstag.

Achtzig Jahre nach dem Überfall von Nazi-Deutschland auf Polen am 1. September 1939 erinnert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Stadt- und Landkreis Heilbronn an den Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Denn die schrecklichen Folgen eines blindwütigen Nationalismus und Militarismus dürfen nicht vergessen werden!

Friedensspaziergang ein, der um 17:00 Uhr am Heilbronner Gewerkschaftshaus
Gedenkstunde zum Antikriegstag
mit Martin Kunzmann (DGB Landesvorsitzender) um 18:00 Uhr im Rathausinnenhof in Heilbronn ist zugleich die letzte Station des Friedensspaziergangs.

Wir freuen uns, wenn trotz der Ferienzeit viele zeigen, dass ihnen der Frieden wichtig ist!
Also Mail weiterleiten – Veranstaltung bewerben– und wir sehn uns: Treffpunkt am Sonntag um 17:00 Uhr am Gewerkschaftshaus / 18:00 Uhr Rathausinnenhof.

Kranzniederlegung am ehemaligen KZ Heilbronn-Neckargartach

21. März 2019

Montag, 1. April 2019   12 Uhr

KZ-Friedhof Heilbronn-Neckargartach ( Parkmöglichkeiten am Nordfriedhof )

Veranstalter : Stadt Heilbronn, DGB Baden Württemberg, VVN-BdA

Der VVN-BdA in NRW soll die Gemeinnützigkeit entzogen werden

4. März 2019

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen kündigte Anfang des Jahres an der Landesvereinigung der VVN-BdA und einigen Kreisverbänden die Gemeinnützigkeit entziehen zu wollen.

Die VVN-BdA aus NRW hat zu dem geplanten Vorgehen folgende Erklärung veröffentlicht.

https://nrw.vvn-bda.de/2019/02/27/nrw-finanzaemter-drohen-der-vvn-bda-mit-entzug-der-gemeinnuetzigkeit/

„Walter Vielhauer – Gewerkschafter und Widerstandskämpfer in Heilbronn“

3. März 2019

Walter Vielhauer war ein Heilbronner Arbeiter, Widerstandskämpfer und Gewerkschafter. Er wurde am 01.04.1909 in Reutlingen geboren und starb am 19.04.1986 in Heilbronn. Als gelernter Silberschmied arbeitete er bis zu seiner Entlassung 1932 bei der Firma Bruckmann in Heilbronn. Von 1933 bis 1945 in der Konzentrationslagern Dachau, Mauthausen und Buchenwald inhaftiert, war Walter Vielhauer nach Kriegsende Dezernent des Oberbürgermeisters Beutinger in Heilbronn. Ab 1948 saß er zehn Jahre lang für die KPD im Stadtrat. Besonders in den 70er und 80er Jahren trat Walter Vielhauer auf vielen antifaschistischen und gewerkschaftlichen Veranstaltungen auf.

Anlässlich seines 110. Geburtstages in diesem Jahr zeigt der „Arbeitskreis Walter Vielhauer“ in Kooperation mit der Volkshochschule Heilbronn diese Ausstellung über sein Leben.

Vom 26. März bis zum 18. April 2019 ist eine Ausstellung in der VHS Heilbronn ( Galerie im Arkadenbau ) über Walter Vielhauer zu sehen.

Die Ausstellung wird am 26. März 2019 um 18 Uhr im Foyer des Deutschhof eröffnet. Es wird der Oberbürgermeister Harry Mergel ein Grußwort halten und DIE MARBACHER Polit-Folkgruppe wird die musikalische Umrahmung gestalten. Zudem gibt es eine Gesprächsrunde mit Zeitzeugen : Marianne Kugler-Wendt ( Verdi ), Rolf Klotz ( Betriebsratsvorsitzender AUDI Neckarsulm ) und Wolf Theilacker ( Stadtrat Die Grünen ).

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