Die Initiative Gedenkstätte KZ Heilbronn-Neckargartach lädt ein zum Tag des offenen Denkmals

2. September 2024

am Sonntag, 8. September 2024 nach Heilbronn-Neckargartach, Böllinger Strasse

Wir öffnen den KZ-Friedhof von 13:30 Uhr bis 17 Uhr. In 2 Führungen mit Heinz Risel (Auto des Buchs:“KZ in Heilbronn“) um 14 Uhr und um 16 Uhr erzählen wir die Geschichte des Ortes. Treffpunkt ist der Treppenaufgang an der Böllinger Strasse 51, neben dem Hinweisschild.

Denkmale sind sichtbar, sie sind da, sie nicht zu ignorieren. Sie stehen, wenn wir unseren Augen vertrauen, gegen Fake-News und Verschwörungsirrsin. Das diesjährige Motto der Deutschen Stiftung Denkmalschutz lautet deshalb folgerichtig : „Wahr-Zeichen, Zeitzeugen der Geschichte. Den Augen wieder trauen.“ Wir informieren an diesem Sonntag über unser wenig bekanntes örtliches KZ-Außenlager, in dem ab September 1944 über 1000 Häftlingen aus ganz Europa hinter Stacheldraht gefangen gehalten wurden. Sie sollten durch Sklavenarbeit am und im Heilbronner Salzbergwerk vernichtet werden. Das war die unverhohlene Absicht der Nazi-Diktatur. Diese Sklavenarbeit hatte in Neckargartach zum Ziel, künstliche Treibstoffe für den NS-Kriegsapparat zu produzieren – was am Ende nicht gelang. Kälte, Hunger und SS-Gewalt forderten viele Opfer. 246 von Ihnen sind im Sammelgrab des KZ-Friedhofs bestattet. Bahntransport und Hungermarsch nach Dachau kosteten im Frühjahr 1945 weitere Menschenleben. Mutige Männer und vor allem Frauen aus Neckargartach versuchten, die Versklaten zu unterstützen, zum Beispiel durch zugestecktes Brot oder Äpfel. Diese historischen Fakten sind es wert, erinnert zu werden. Sie sind auch wichtig, um die Grundlagen unserer Demokratie gegen Lügen, Verdrehungen und Verharmlosungen zu verteigigen.

Initiative Gedekstätte KZ Heilbronn-Neckargartach Kontakt: Bernhard Löffler

Krieg und Aufrüstung sind keine Lösung !

29. August 2024

Nie wieder Faschismus ! Nie wieder Krieg !

Für ein friedliches Deutschland und gegen Waffenlieferungen !

https://heilbronn-franken.dgb.de/++co++ff741416-4373-11ef-980b-57e3deb14dba

Hände weg vom roten Winkel!

6. August 2024

Als Reaktion auf das versuchte Verbot des roten Winkels durch seine Umdeutung zum „Hamas-Symbol“, veröffentlichten die LAG Buchenwald-Dora und der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora Freundeskreis folgende Stellungnahme – Angriff auf den „roten Winkel“ –, die wir als VVN-BdA Landesvereinigung Baden-Württemberg unterstützen.

Vor einiger Zeit vernahm man lautstarkes Getöse aus dem Berliner Innensenat und vom hessischen Innenminister. Sie forderten die Innenministerkonferenz und die Bundesinnenministerin auf, den „roten Winkel“, den sie glaubten als „Hamas-Symbol“ denunzieren zu können, zu verbieten. Sie stützten sich dabei auf einzelne Fotos aus Kreuzberg und einigen Stadtteilen Londons, wo an öffentlichen Stellen ein längliches rotes Dreieck – angeblich zur „Feindmarkierung“ – zu sehen war.

Wie wenig historische Bildung muss in den Köpfen dieser Politiker angekommen zu sein, wenn sie glauben, dies sei der „rote Winkel“?

Wir erinnern daran: Der „rote Winkel“ war die „Feindmarkierung“ des NS-Regimes gegen seine politischen Gegner und später aller Häftlinge aus den überfallenen Ländern, die in den Konzentrationslagern den roten Winkel mit einem Nationalitätenbuchstaben tragen mussten. Sie trugen ihn – nach der Befreiung von Faschismus – mit Stolz, in dem Bewusstsein, den faschistischen Terror überstanden zu haben und sich dem politischen Vermächtnis der Überlebenden – bis heute – verpflichtet zu fühlen. Wer also glaubt, den „roten Winkel“ verbieten zu können, der versucht damit das europäische antifaschistische Vermächtnis zu verbieten.

Vor einigen Jahren tönte schon einmal die Trump-Regierung, man müsse „die Antifa“ als Terrororganisation brandmarken. Damals nahmen Politiker der CDU/CSU diese „Vorlage“ gerne auf. Heute denunziert die ungarische Staatsanwaltschaft „die Antifa“ als internationales Terrornetzwerk und die bundesdeutsche Justiz liefert Beschuldigte auf fragwürdiger Grundlage nach Ungarn aus.

Solche Angriffe auf die Idee des Antifaschismus und ihre Organisationen sind in der BRD nicht neu. Immer wieder versuchten Bundes- und Länderregierungen Antifaschismus zu denunzieren und dessen Symbole zu kriminalisieren. Schon zweimal untersagte die Berliner Regierung am 8./9. Mai ein würdiges Gedenken an die Befreier und die Befreiung durch die militärischen Kräfte der Anti-Hitler-Koalition. Mit Polizeieinsatz wurde die öffentliche Präsentation deren Symbole an Gedenkorten in Berlin unterbunden.

Selbst mit dem Mittel des Steuerrechts, dem versuchten Entzug der Gemeinnützigkeit für die VVN-BdA, wurde antifaschistische Arbeit torpediert. Einer breiten gesellschaftlichen Solidarität war es zu verdanken, dass dieser Angriff auf die älteste überparteiliche antifaschistische Vereinigung in unserem Land abgewehrt werden konnte.

Gegen solche politische Bestrebungen treten wir – gemeinsam mit anderen europäischen Antifaschisten – auf. Die Bewahrung des politischen Vermächtnisses der Überlebenden der Lager und Haftstätten, die Würdigung der Befreier und der Befreiung sind unser Leitmotiv.

Der „rote Winkel“ bleibt unser Symbol. Der lässt sich nicht verbieten!

Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V.
Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/ Freundeskreis e.V.

Wer AFD wählt, wählt Nazis

24. April 2024

Gedenkveranstaltung Walter Vielhauer

4. April 2024

am Freitag 19. April erinnern wir anläßlich seines Todestages an den Heilbronner Antifaschisten, Gewerkschafter und Kommunisten Walter Vielhauer. Walter Vielhauer wurde bis auf wenige Monate die ganze Zeit des Hitlerfaschismus in Gefängnissen und in mehreren Konzentrationslagern eingesperrt. Den Nazis gelang es nicht, den aufrechten Kämpfer für Frieden, soziale Gerechtigkeit und eine andere Gesellschaft zu brechen. Nach 1945 kurzzeitig als Bürgermeister in der Heilbronner Stadtverwaltung angestellt, war er bis 1957 Stadtrat für die KPD und mußte dann wieder in Fulda eine Arbeit suchen, weil ihm in Heilbronn alle Arbeitsplätze verweigert wurden. Als Rentner wieder in Heilbronn aktiv, setzte er sich bis zu seinem Tod im Jahr 1986 unermüdlich für die Aufarbeitung des Faschismus ein und kämpfte gegen die Atomraketen auf der Waldheide.

Wir setzen uns nach wie vor dafür ein, daß ihm in Heilbronn ein angemessenes Andenken errichtet wird.

Die Feier findet statt 

am Freitag 19. April 2024

um 15.00 Uhr

auf dem Friedhof Heilbronn

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Beteiligung.

Konrad Wanner, Sprecher der Gruppe DIE LINKE im Gemeinderat 

Silke Ortwein, DGB, Heilbronn sagt Nein

Bernhard Mainz, VVN-Bund der Antifaschisten

Gedenkstunde am Gedenkstein des KZ Heilbronn

24. März 2024

Samstag, 30. März 2024

11:00 Uhr

KZ-Friedhof Heilbronn-Neckargartach

(Parkplatz Nordfriedhof)

Anlässlich des 79. Jahrestages der Räumung des Konzentrationslagers im Jahr 1945 legen Oberbürgermeister Harry Mergel und Pascal Raugust als Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Samstag, 30. März, 11 Uhr, am Mahnmal auf dem KZ-Friedhof in Neckargartach Blumenschalen zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers nieder. Eine kurze historische Einführung erfolgt durch das Stadtarchiv Heilbronn.

Die Stadt Heilbronn, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Heilbronn sowie der DGB Stadt-und Kreisverband Heilbronn laden zu dieser Gedenkstunde ein.

Die Anfahrt ist über Frankenbacher Straße, Hirschstraße möglich. Es wird darum gebeten, die Parkmöglichkeiten am Nordfriedhof in Neckargartach zu nutzen. Der KZ-Friedhof befindet sich in der Verlängerung der Hirschstraße hinter der Kleingartensiedlung.

VERSAMMLUNGSFREIHEIT VERTEIDIGEN! ANTIFASCHISMUS IST KEIN VERBRECHEN!

17. Juni 2023

Es weht ein neuer, rauer Wind für alle, die sich gegen rassistische und faschistische Kräfte zur
Wehr setzen: In Dresden wurden Lina E. und drei weitere Antifaschisten zu langen Haftstrafen
verurteilt. Bereits im Vorfeld wurde von der Schuld der Angeklagten ausgegangen. Daran zeigt
sich, dass es sich von Anfang an um einen politisch motivierten Prozess gehandelt hat.
Die Angeklagten wurden im Wesentlichen von einem als Vergewaltiger beschuldigten Kronzeugen
belastet und von Neonazis, die eine „National befreite Zone“ schaffen wollten. Lange unbehelligt
durch Polizei und Justiz, hatte sich mindestens ein Teil der Faschisten zu diesem Zweck bewaffnet
und Mordanschläge geplant, weswegen mittlerweile ein Terror-Verfahren gegen sie läuft.


Nicht nur dieses zweifelhafte Urteil in Dresden ist ein Skandal. In Leipzig wurden alle Demonstrationen
verboten, die das Urteil kritisieren und sich mit den Antifaschist:innen solidarisieren wollten.
Das ist eine neue, autoritäre Entwicklung: Der Staat selbst bestimmt, für welche Handlung er
sich kritisieren lässt und für welche nicht.
Doch damit nicht genug: Selbst eine Demonstration für Versammlungsfreiheit wurde am 3. Juni
2023 in Leipzig von der Polizei verhindert. Nachdem der Auftaktort faktisch umstellt war mit hunderten
Polizist:innen aus dem ganzen Bundesgebiet, Räumpanzern und Wasserwerfern, wurden
kurz nach Beginn über 1000 Menschen für bis zu elf Stunden eingekesselt und im Anschluss
erkennungsdienstlich behandelt. Ohne Toiletten, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung.
Eltern wurden nicht zu ihren minderjährigen Kindern gelassen. Zehn Antifaschisten wurden
in Folge des Protestwochenendes in Leipzig in Untersuchungshaft genommen.
Durch diese polizeiliche Machtdemonstration, wurde die Solidarität mit den verurteilten Antifaschist:
innen auf unterschiedlichen Ebenen de facto kriminalisiert. Jetzt soll die U-Haft der
Gefangenen vom 2./3. Juni 2023 die antidemokratischen Demoverbote, die Polizeigewalt und den
Kessel im Nachhinein legitimieren.


Wir sehen die Angriffe des ersten Juni-Wochenendes in Leipzig im Kontext einer seit Jahren fortschreitenden Rechtsentwicklung, die momentan ihren Höhepunkt findet: Mit bundesweit nahezu
20% hat die in Teilen faschistische AfD seit ihrem Bestehen die höchsten Umfragewerte und liegt
mit der SPD gleichauf. In Sachsen und Thüringen, wo nächstes Jahr die Landtage gewählt werden,
ist sie die stärkste Kraft. Insbesondere Teile der Unionsparteien reagieren darauf, indem sie sich
an AfD-Positionen anbiedern. Die Repressalien der letzten Wochen gegen linke und fortschrittliche
Kräfte durch staatliche Behörden, wie Geheimdienste, Polizei und Justiz schlagen in die gleiche
Kerbe. Diese folgen auf eine großflächige mediale Stimmungsmache, die antifaschistisches
Engagement kriminalisiert und vor Gleichsetzung mit rechtem Terror nicht zurückschreckt.


Wir sind uns einig, dass der Kampf gegen Rechts heute wieder mehr denn je nötig ist. Wir streiten
solidarisch über die Wege, die wir dabei gehen und die Mittel, die wir nutzen. Aber wir haben aus
der Geschichte leidvoll gelernt, dass wir uns nicht in „gute“ und „schlechte“ Antifaschist:innen
spalten lassen dürfen.

Antifaschismus ist kein Verbrechen!
Unsere Solidarität gilt den von Polizeiwillkür Betroffenen und wir stehen
gemeinsam ein für die Freiheit aller inhaftierten Antifaschist:innen!


Unterstützung bitte rückmelden unter: solierklaerung@riseup.net

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